Nachlese zum Frühstück mit Bundesministerin Holzleitner

Eva-Maria Holzleitner ist Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Sie nutzt diese Kombination, damit der wissenschaftlich belegte Mehrwert von mehr Frauen in Führungsfunktionen belegen, kommuniziert werden. Studien aus unterschiedlichen Ländern und Branchen zeigen konsistent: Unternehmen mit höherem Frauenanteil in Führungspositionen sind wirtschaftlich erfolgreicher, innovativer und resilienter. Sie erzielen überdurchschnittliche Renditen, treffen ausgewogenere Entscheidungen und weisen eine stärkere Mitarbeiterbindung auf. Diverse Führungsteams berücksichtigen mehr Perspektiven, hinterfragen Risiken gründlicher und fördern eine konstruktivere Kommunikationskultur. Frauen in Führungsrollen bringen dabei häufig kooperative, integrative und langfristig orientierte Führungsstile ein. Das ist gerade in den zunehmend komplexen und dynamischen Märkten ganz besonders wertvoll.

Frau Holzleitner ist VollblutFRAUENpolitikerin mit einer höchst beeindruckenden Karriere. Bereits im Alter von 19 Jahren engagierte sie sich in unterschiedlichen politischen Funktionen für Frauenpolitik. Mit 23 Jahren übernahm sie den Landesvorsitz der „Jungen Generation“ in der SPÖ Oberösterreich. Mit 24 Jahren engagierte sie sich als Nationalratsabgeordnete u.a. für Frauen, Kinder und Jugend. Wenig später wurde sie Bundesvorsitzende der SPÖ-Frauen. Mit 32 Jahren ist sie die jüngste Frauenministerin unserer Geschichte.

Bei unserem Business-Frühstück hat sie die Teilnehmerinnen mit der außergewöhnlichen Kombination von Kompetenz und Eloquenz, Begeisterung und Diplomatie, Herzlichkeit und Humor beeindruckt. So betont sie, wie wichtig es ist, auf Menschen zuzugehen, auch andere Standpunkte zu verstehen und Kompromisse einzugehen, um voranzukommen. Sie bestärkt uns in unserer Mission „Frauen stärken, voneinander lernen und gemeinsam die Zukunft gestalten“ mit dem Jahresmotto „Zukunft gestalten, Erfahrung teilen“, denn sie hält Frauennetzwerke für eine wesentliche Säule ihrer Erfolgsstrategie. In Männerdomänen hat sie sich behauptet, indem sie sich auf ihre Augenhöhe gestellt hat. Das geht für uns Frauen nach wie vor nur dann, wenn wir durch herausragende Leistungen den Weg an uns vorbei versperren. Frau Holzleitner appelliert: „Frauen seid mutig und beharrlich. Bleibt lästig.“

Wie auch uns ist Frau Holzleitner digitale Chancengerechtigkeit in der Ära der KI ein wesentliches Anliegen. Programme mit Rolemodels, die Mädchen ermutigen, MINT-Berufe zu ergreifen, sind dafür ein wirkmächtiger Hebel. Sie betont die konstruktive Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg z.B. mit dem für Digitalisierung zuständigen Staatssekretär Alexander Pröll und dem Bildungsminister Christoph Wiederkehr. Gesetzliche Regelungen zur Entgelttransparenz sollen dazu beitragen, dass der Gender-Pay-Gap kleiner wird. Übrigens am 11.2. war heuer der Gender-Pay-Gap-Day: Statistisch haben Frauen in Vollzeitjobs bis dahin im Vergleich zu Männergehältern kostenlos gearbeitet. Immerhin ein Tag weniger als im Vorjahr. Wenn man Frauen in Teilzeit mitberücksichtigt, beträgt der Gender-Pay-Gap 34 %. D.h. unbezahlte Arbeit bis zum 4.Mai. Frauen von unbezahlten Care Tätigkeiten zu entlasten, ist gefordert, um das zu verbessern.

Wieder bringt sie die Kombination von Frauen- und Wissenschaftspolitik ins Spiel: Bei den Studienabschlüssen haben wir Frauen die Männer sogar überholt. Im Übergang ins Berufsleben gilt es die Kluft zu überwinden, dass sich das auch in Fairness bei Gehältern und Führungspositionen widerspiegelt. Frau Holzleitner ist eine bekennende Befürworterin einer Quotenregelung. Schließlich gilt das Argument nicht mehr, dass damit Unqualifizierte bevorzugt werden. Als Realpolitikerin ist ihre Einschätzung, dass das genauso wie geringere Arbeitszeit für Frauen und Männer in dieser Koalition nicht umgesetzt werden kann.

Wir Frau im Fokus haben der Frauenministerin mitgegeben, dass wir uns Imagekampagnen und Aufklärungsarbeit bei Unternehmen und Multiplikator*innen wie Consultants Modelle erhoffen, um Führen in Teilzeit und Shared Leadership zu forcieren. Nicht nur ihr Mund, sondern auch ihre Augen haben gesprochen, dass sie das für eine sinnvolle Idee hält. Sofort hat sie ihre Assistentin Madhavi Hussajenoff beauftragt, dies in die frauenpolitische Maßnahmenprogramm aufzunehmen.

Unsere zweite Forderung hat sie von sich aus als erstes zur Strategie ihrer Frauenpolitik genannt: Ökonomische Unabhängigkeit fördern, indem man Frauen dabei unterstützt, wirtschaftlich zu denken und zu handeln. Frau Holzleitner sieht darin das tragende Fundament für viele andere frauenpolitischen Themen bis zum Gewaltschutz, denn es gibt Frauen die Freiheit Beziehungen zu beenden, wenn diese destruktiv sind.

Ihr Appell: Frauen sorgt für eure finanzielle Unabhängigkeit und denkt dabei auch an die Altersvorsorge.

Fotografin: Raphaela Ch. Müller

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